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Das blaue Wunder um Kupfer entlarvt

Das blaue Wunder um Kupfer entlarvt

Augustinerschüler bei Chemie-Wettbewerb auf dem Bronze-Treppchen

Warum sollte ein Kupfertopf nicht mit Essig in Kontakt kommen? Mit dieser Frage fing alles an und deren Beantwortung sollte dazu führen, dass Nils Bachmann aus der Klasse 9g der Augustinerschule beim experimentellen Wettbewerb „Chemie – mach mit!“ einen sehr starken dritten Platz in seiner Altersklasse erreichen sollte.
Nils gestaltete die Werkbank im Keller zuhause in ein Chemielabor um und fand zügig heraus, dass Kupfer und Essig zu Kupferacetat, bekannt als Grünspan, reagieren. Die selbst hergestellte Lösung von Kupferacetat wurde nun in weiteren Experimenten untersucht. An einem Eisen-Stift, den man in diese Lösung hält, bildet sich ein rötlicher Kupfer-Belag. Hefe verliert in Gegenwart von Kupferacetat seine Fähigkeit, Zucker umzusetzen. Nils erkannte diese Giftwirkung von Kupfersalzen daran, dass hefehaltige Zuckerlösungen unter dem Zusatz von Kupfersalzen deutlich weniger Kohlenstoffdioxid produzieren als kupferfreie Zuckerlösungen. Dagegen dienen alkalische Kupfersalz-Lösungen dem Chemiker zur Unterscheidung verschiedener Zucker. Dieser als Fehling-Probe bekannte Nachweis wurde im dritten Experiment auf Traubenzucker, Haushaltszucker und einen pflanzlichen Süßstoff angewendet. Zum Abschluss mussten natürlich alle kupferhaltigen Lösungen sachgerecht entsorgt werden. Wie in großen Chemielaboren wurde alles Kupfer wieder aus den Lösungen mittels Reduktion zurückgewonnen.
Dieser spannende Experimentalwettbewerb zeigt, dass Chemie nicht nur trockene Theorie umfasst, sondern dass auch alltägliche Beobachtungen und Phänomene erklärt werden können.
Schulleiter Martin Göbler und Chemielehrerin Ulrike Brinkmann-Engel gratulierten Nils Bachmann in einer kleinen Feierstunde zu seinem Erfolg und ermunterten ihn, sich immer wieder solch spannenden Fragen zu stellen. Seine Urkunde hat Nils in einer besonderen Ehrung im Rahmen einer großen Preisverleihung aller hessischen Preisträger an der Universität Frankfurt in diesem Monat überreicht bekommen.