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Nachwuchswissenschaftler der Augustinerschule erforschen die „tolle Knolle“

Nachwuchswissenschaftler der Augustinerschule erforschen die „tolle Knolle“

Im Rahmen des experimentellen Wettbewerbs „Chemie – mach mit“ haben zwei Teams der Friedberger Augustinerschule erfolgreich teilgenommen und Bronze gewonnen. Die Mannschaften mit Johanna Kramer, Elina Losensky und Karen Mitropoulos beziehungsweise Leonard Ehli und Emil Goldbach, allesamt NaWi-Schülerinnen und Schüler der letztjährigen zehnten Klassen, führten spannende Experimente durch und erstellten mit großer Eigeninitiative sehr anschauliche und fundierte Ausarbeitungen.

Karen Mitropoulos, Johanna Kramer und Elina Losensky 

Emil Goldbach und Leonard Ehli

Thema des Chemie-Wettbewerbs war die Kartoffel, eines der beliebtesten Grundnahrungsmittel in unserem Kulturkreis. In Form von Pommes Frites, Kroketten, Knödeln oder Chips kennt jeder die „tolle Knolle“. Dass sie Stärke enthält, lernt jeder irgendwann in seiner Schulzeit. Die Stärke aber mithilfe von Betaisodona-Salbe nachzuweisen und zu zeigen, dass diese Nachweismöglichkeit auch wirklich spezifisch ist, war eine Forschungsaufgabe, mit der sich die Schüler auseinandersetzen mussten. Eine Alternative zum Verzehr bietet die Kartoffel als Grundchemikalie zur Herstellung von Stärkefolie. Im Eigenschafts-Vergleich mit herkömmlicher Frischhaltefolie bestand die selbst hergestellte Stärkefolie allerdings nicht den Reiß-Test, so dass die Schüler die Verwendung als Einpackfolie für das Pausenbrot schnell ausschlossen. Eine weitere Frage war, warum sich frisch geschnittene Kartoffeln braun färben und was man dagegen tun kann. Dieser Frage gingen die Schüler auf den Grund: An freien Schnittflächen kommt es zur Reaktion von Luft-Sauerstoff mit sogenannten Polyphenolen, den farb- und geschmackbestimmenden natürlichen Inhaltsstoffen der Kartoffel. Gegen diese Oxidation hilft das Beträufeln der Kartoffelschnittfläche mit Zitronensaft. Besonders eindrucksvoll war für die Schüler der experimentelle Nachweis von Katalase in Kartoffelsaft. Dieses Enzym vermag Wasserstoffperoxid zu spalten, wobei unter anderem Sauerstoff entsteht. Der Effekt ist, dass das Gemisch zu schäumen anfängt.

Über den Erfolg der beiden Teams freuen sich ihre Chemielehrerinnen Ulrike Brinkmann-Engel und Birgit Kuhn sowie auch Schulleiter Martin Göbler. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die große Preisverleihung und Urkunden-Übergabe im November an der Goethe-Universität Frankfurt trotz Corona stattfinden kann.