Kentnisse, die erworben werden

Welche Kenntnisse erwerben die Schülerinnen und Schüler im Fach Erdkunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen im Erdkundeunterricht systemorientierte Kentnisse des Raums und der

darin ablaufenden Prozesse erwerben, die sie im Leben dazu befähigen, aktuelle Themen kritisch zu verfolgen und raumbezogene Entscheidungen zu treffen oder bewerten zu können.
Nicht zuletzt erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler im Erdkundeunterricht ein Orientierungsraster der Erdoberfläche und der Ressourcen, das Verständnis für Nähe und Entfernungen und deren subjektive Veränderung durch moderne Verkehrs- und Kommunikationsmittel, das Hintergrundwissen um Konflikte z.B. Grenzstreitigkeiten im Kaukasus oder um den Besitz von vermuteten Erdölquellen in der Arktis.

Die praktische Seite des Faches umfasst das Sammeln und Auswerten von Boden- und Gesteinsproben im Gelände sowie von raumbezogenen Daten durch Interview und Exkursion, die Internetrecherche, die Textarbeit, das Kartieren und Zeichnen auf Papier und im modernen Medium GIS (Geographisches Informationssystem), auf dem z.B. alle Navigationsgeräte basieren.

Die Bandbreite des zu Lernenden ist groß, so groß, dass die etwas ‚stiefmütterliche’ Behandlung des Faches Erdkunde im hessischen Schulwesen schwer zu verstehen ist,

denn mit nur insgesamt sechs Wochenstunden in vier Lernjahren ist das Spektrum nicht abzudecken, auch nicht oberflächlich. Lücken bleiben also, die die heranwachsende Generation mühsam im Privaten schließen muss, oder die, wie oft in Quizsendungen im Fernsehen zu beobachten, bleiben und sich eklatant dann offenbaren, wenn man nicht weiß, wo auf der Landkarte das Urlaubsziel ‚Dominikanische Republik’ zu finden ist – oder was das plötzliche Zurückweichen des Wassers am Meeresstrand zu bedeuten hat.