Diagnose und Förderung bei LRS

Fehler sind Helfer!

(Mrs. Kingbell)

Fehler sind Helfer! Der Eine oder die Andere werden vermutlich erst einmal die Stirn runzeln, schließlich geht es in unserer Gesellschaft oft darum, Fehler zu vermeiden oder erst gar keine Fehler zu machen. Wer auf ein Gymnasium wechselt bzw. geht, sollte sicher im Lesen und der Rechtschreibung sein. Auch das ist ein Satz, den man immer wieder hört. Aber sind wir ehrlich, Fehler werden gemacht, lassen sich oftmals auch nicht vermeiden und die sichere Beherrschung der deutschen Rechtschreibung ist nicht mit dem Ende der Grundschulzeit abgeschlossen. Hinzu kommen Schüler*innen, die sich nahezu täglich bemühen, sich im Lesen oder in der Rechtschreibung zu verbessern. Aber es mag nicht gelingen.

Wenn wir diese Punkte zusammenfassen, so ergibt sich die Grundlageunserer Arbeit bei LRS. Ob LRS als Lese-Rechtschreib-Störung, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit oder Lese-Rechtschreib-Schwäche bezeichnet wird, ist dabei unerheblich und im Umgang damit nicht entscheidend.

Leitend für unsere Arbeit bei LRS ist:

  • Die Lese- und Rechtschreibkompetenzen sind auch nach Ende der 4. Klasse (intensiv) zu fördern.
  • Fehler sind Helfer!
  • Die Fehlerschwerpunkte sind so individuell ,wie es jeder Mensch auch ist. Daher bedarf es einer, wie G. Scheerer-Neumann schreibt, punktgenauen Förderung

Die Diagnose erfolgt hierarchisch:

  • Feststellung einer quantitativen Minderleistung zur Bestimmung des Entwicklungsstands (z. B. im Bereich der Rechtschreibung Probleme in der alphabetischen Strategie)
  • Diagnose spezifischer Probleme

Fehler sind hier also tatsächliche Helfer: Nur darüber erfahren wir, welche Förderung der*die jeweilige Schüler*in benötigt.

Die Förderung wird auf die Diagnose abgestimmt, sodass gezielt und individuell geübt werden kann. In Klasse 5 stehen uns dazu zurzeit neben dem Deutschunterricht zwei weitere Schulstunden mit kleineren Lerngruppen zur Verfügung.

„Der Lernerfolg, den das Kind seiner eigenen Selbstwirksamkeit zuschreiben kann, ist der beste Ausgangspunkt, um ein negatives Selbstkonzept zu verändern.“ (G. Scheerer-Neumann)

Sollte ihr Kind bereits in der Grundschulzeit getestet und entsprechend gefördert worden sein, so sprechen Sie uns gerne an.

Weitere allgemeine Informationen und rechtliche Hinweise finden sie unter folgendem Link:

https://kultusministerium.hessen.de/sites/kultusministerium.hessen.de/files/2021-08/handreichung_zur_vogsv_web.pdf

Literatur:
G. Scherer-Neumann: Punktgenau fördern! Warum? Ein historischer Rückblick und einige Daten.
In: G. Schulte-Körne; G. Thomé (Hrsg.): LRS –Legasthenie: interdisziplinär. Oldenburg 2014, S. 115-135