Begabungsförderung im MINT-Bereich: Pullout-Tag “Molekulare Küche” 

Am Mittwoch, den 18. Februar 2026, fand an der Augustinerschule Friedberg in Kooperation mit der Humboldtschule ein spannender Pullout-Tag zum Thema “Molekulare Küche” statt. Pullout-Tage sind Veranstaltungen, bei denen begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit erhalten, ihren Vorlieben und Interessen zu folgen. An diesem Tag nahmen 15 Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule sowie 13 Schülerinnen und Schüler der Augustinerschule aus verschiedenen Klassen der Jahrgangsstufe 10 teil. 

Ziel und Ablauf des Projekts – Der Pullout-Tag hatte das Ziel, den Schülerinnen und Schülern die faszinierende Welt der Molekularküche näherzubringen. Dabei konnten sie ihr chemisches Wissen anwenden und interessante Experimente durchführen. Während der gemeinsamen Arbeit in den Chemiefachräumen der Augustinerschule hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Schülerinnen und Schülern der anderen Schule auszutauschen. Dieser fachliche Austausch förderte das Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und erweiterte den Horizont der Teilnehmenden. 

Die Molekularküche ist ein innovativer Ansatz in der Gastronomie, der versucht, ungewöhnliche Geschmackserlebnisse zu erzeugen und die Textur von Speisen zu verändern. Der spanische Koch Ferran Adrià gilt als Vorreiter dieser kulinarischen Richtung. Beim Pullout-Tag lernten die Schülerinnen und Schüler, dass hinter spektakulären Gerichten fundierte chemische Prozesse stehen.

Experimente und Lerninhalte 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer führten verschiedene Experimente durch, die die Grundlagen der Molekularküche veranschaulichten: 

Bubble Tea und Sphärifikation: Die Schülerinnen und Schüler stellten aus Rosenextrakt sogenannte Bubble-Tea-Perlen her und lernten dabei das Prinzip der Sphärifikation kennen. 

Farbänderungen von Indikatoren: Anhand der gefärbten Perlen untersuchten sie, wie sich Anthocyane und andere Farbstoffe in saurer und basischer Umgebung verfärben. 

Emulgatoren und Schäume: Mit Gemüsebrühe und Soja-Lecithin wurden stabile Schäume erzeugt, um die Wirkungsweise von Emulgatoren und die Struktur von Schäumen zu verstehen. 

Frittierte Kartoffeln: Beim Frittieren von Kartoffelstäbchen bei unterschiedlichen Temperaturen betrachteten die Jugendlichen Gewichtsverlust, Knusprigkeit und diskutierten die Entstehung des unerwünschten Nebenprodukts Acrylamid. 

Gelatine und Enzyme: In einem Geleeversuch mit frischer und Dosen-Ananas erforschten sie den molekularen Aufbau von Gelatine sowie die eiweißspaltende Wirkung des Enzyms Bromelain. 

Fluoreszierender Vanillepudding: Abschließend wurde mithilfe von UV-Licht und einfachen Trennverfahren gezeigt, dass Riboflavin in manchen Puddingpulvern enthalten ist und weshalb dieser Farbstoff fluoresziert. 

Osmose und Zusatzstoffe: Theoretisch setzten sich die Jugendlichen mit osmotischen Prozessen auseinander und lernten die Bedeutung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln kennen. Dabei wurden verschiedene Zusatzstoffklassen und deren gesetzliche Regulierung in der EU thematisiert. 

Zusammenarbeit – Der Tag war geprägt von harmonischem Experimentieren und einem regen Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern der beiden Schulen. Die Begeisterung für die chemischen Grundlagen der Küche war in jedem Experiment spürbar. Besonders beeindruckend war die Verknüpfung von theoretischen Konzepten wie Molekülstrukturen, Peptidbindungen, pH-abhängigen Farbveränderungen und Enzymaktivität mit praktischen, alltagsnahen Anwendungen. Die Jugendlichen arbeiteten konzentriert und gewissenhaft und dokumentierten ihre Beobachtungen sorgfältig. Der fächerübergreifende Ansatz – Chemie trifft Kulinarik – motivierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zeigte eindrucksvoll, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse in unserem Alltag eine Rolle spielen. Und natürlich wurde ein derartig chemisch-kulinarischer Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen abgeschlossen.  

Ausblick – Wir danken allen engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den beteiligten Lehrkräften für ihre Unterstützung und ihr Engagement. Dieser Pullout-Tag hat nicht nur chemisches Wissen vermittelt, sondern auch das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern gefördert und gezeigt, wie spannend die Verbindung von Chemie und Küche sein kann. 

Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte mit der Humboldtschule und sind gespannt auf die zukünftigen Erfahrungen, die unsere Schülerinnen und Schüler in diesem Bereich sammeln werden. 

Antonia Molnár, Hannah Drude, Armin Karpenstein und Dr. Christian Rosar