Im Februar 2026 verbrachte der Bio‑Vorleistungskurs (RSR) einen ganzen Tag im Goethe‑BioLab der Goethe‑Universität Frankfurt – unter dem Motto „Biomembranen – Leben in Grenzen“. Schon früh morgens traf sich die Gruppe am Bahnhof Friedberg. Mit der S- und U-Bahn ging es Richtung Campus Riedberg. Eine kurze U‑Bahn‑Fahrt in die falsche Richtung sorgte zunächst für Verwirrung, erwies sich dann aber als praktischer Beweis dafür, dass man ohne Anleitung nicht nur im Labor schnell auf Abwege geraten kann. Dank rechtzeitiger Korrektur erreichte die Gruppe dennoch pünktlich das Schülerlabor der Goethe‑Universität.

Im modern ausgestatteten Goethe‑BioLab arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in weißen Laborkitteln an authentischen Experimentierplätzen und tauchten in die Welt der Zellbiologie ein. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung ging es gruppenweise an die Versuche rund um Biomembranen, also die „Grenzen des Lebens“ auf Zellebene. Anhand verschiedener Experimente wurde sichtbar, wie Membranen Stoffe trennen, durchlassen oder zurückhalten.
Die Schülerinnen und Schüler starteten mit einem Modellversuch, in dem Seifenblasen als Modelle der zellulären Kompartimentierung betrachtet wurden. Mithilfe eines Versuches an Rotkohlblättern konnten mit einfachen Haushaltschemikalien die Bestandteile der Zellmembran identifiziert werden. In der differentiellen Zentrifugation wurden Zellbestandteile schrittweise durch immer schnellere Zentrifugationsgänge getrennt, sodass sich nacheinander verschiedene Fraktionen als Niederschlag absetzten.
Die Dichtegradientenzentrifugation knüpfte daran an: In einem Röhrchen mit Schichten unterschiedlicher Dichte wanderten Zellorganellen so lange, bis sie die Zone erreichten, deren Dichte ihrer eigenen entsprach. In der UssingKammer untersuchten die Lernenden schließlich den Transport von Ionen über eine Membran und vollzogen so nach, wie Membranen Stoffströme kontrollieren. In den Gruppen wurden die Beobachtungen und Ergebnisse sorgfältig notiert, diskutiert und mit den theoretischen Grundlagen aus dem Unterricht verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie eng Alltagsphänomene – vom Spülmittel bis zur Zellmembran – mit moderner biologischer Forschung verbunden sind.
Am Nachmittag endete die Veranstaltung im Schülerlabor. Der Labortag bot nicht nur spannende Experimente und einen Einblick in die Arbeitsweise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern stärkte auch Selbstständigkeit und Teamarbeit – inklusive der Erkenntnis, dass man aus kleinen Umwegen manchmal besonders viel lernen kann.
Dr. Christian Rosar

