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Herr der Experimente geht in den Ruhestand

Herr der Experimente geht in den Ruhestand

Jürgen Parsch an der Augustinerschule verabschiedet – Karin Eifert schon zum Halbjahr in Pension

Viele Worte hatte er nicht gewollt. Diesem Wunsch wurde entsprochen, als Jürgen Parsch am vorletzten Tag des gerade zu Ende gegangenen Schuljahres an seiner Augustinerschule in den Ruhestand verabschiedet wurde. 38 Jahre hatte der Mathematik- und Physiklehrer am Friedberger Gymnasium unterrichtet – und jeder kannte ihn. Wer nicht selbst von ihm unterrichtet wurde, hörte den Namen bestimmt von Mitschülerinnen oder Mitschülern, denn sein Wirken war sehr anspruchsvoll, wie Schulleiter Martin Göbler hervorzuheben wusste, und führte stellenweise zu einem „gewissen Spannungsverhältnis“. Über lange Zeit leitete Parsch zudem die Physik-Sammlung und beteiligte sich mit der Betreuung von Praktikanten und Referendaren rege an der Lehrerausbildung. Laut Göbler lese sich die Auflistung der Fortbildungen vom Umfang und Abwechslungsreichtum her wie ein Roman. Ganze Bücher würden indes die von ihm durchgeführten Experimente füllen. Somit verliert speziell die Physik ihre Gallionsfigur und die Augustinerschule definitiv eine prägende Persönlichkeit.

Die Fachvorsteherin für Mathematik, Kerstin Vonsien, hob Parschs Fachwissen und ebenfalls sein experimentelles Können hervor, bevor sie sämtliche Fachkolleginnen und -kollegen des Neu-Pensionärs auf die Bühne bat, wo diese unter stimmlicher und instrumentaler Leitung von Regina Seidlmeier sowie Wolf Stumm ein eigens komponiertes Stück namens „Der Jürgen“ zum Besten gaben.

 

Bereits zum Halbjahr war mit Karin Eifert ebenfalls eine Fachkollegin Parschs in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden, die dem Kollegium der Augustinerschule seit 1982 angehört hatte. Auf ausdrücklichen Wunsch der Neu-Pensionärin, die neben Mathematik Deutsch unterrichtete, hatte es für sie keine offizielle Verabschiedung innerhalb der Lehrerschaft gegeben. Diese Neigung, nicht im Rampenlicht zu stehen, hatte ihr jahrzehntelanges Wirken ebenfalls charakterisiert. Im Hintergrund wirkte sie fleißig und zuverlässig, war auch als Teilzeitbeschäftigte nach der Geburt ihrer Tochter stets als Klassenlehrerin tätig und später noch für die Beratung des Kollegiums in Sachen Bildungsstandards sowie die Koordination und Betreuung der Lernstandserhebungen zuständig. Bezüglich des Faches Deutsch hatte sie neben vielen anderen Aufgaben die Verantwortung für den Bereich Lesekompetenz.

Am Ende des Schuljahres liefen außerdem die Abordnungen an die Augustinerschule für Swantje Vogt, Henrik Karrie und Albrecht Pachl aus, die zu ihren Stammschulen zurückkehren beziehungsweise an andere Schulen abgeordnet werden. Die TvH-Verträge für Paul Hanel und Philip Krause liefen aus, während Eric Jäger nach dem erfolgreich absolvierten Zweiten Staatsexamen in Offenbach eine neue Herausforderung sucht. Martin Göbler bedankte sich herzlich bei allen für ihre geleistete gute Arbeit und wünschte viel Glück für die Zukunft, verbunden mit dem Wunsch, eventuell am Friedberger Gymnasium ein Wiedersehen feiern zu können.

Heiko Weber