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Hunger nach dem Abi gestillt

Hunger nach dem Abi gestillt

Stimmungsvolle Verabschiedung der Abiturienten an der ASF – Dreimal die Traumnote 1,0

Am Ende des Schuljahres hieß es wieder einmal Abschied nehmen. Nach acht (oder auch neun) Jahren endete für 124 Abiturientinnen und Abiturienten die Zeit an der Augustinerschule, was in der Friedberger Stadthalle gleich doppelt zelebriert wurde, nämlich mit einer akademischen Feier am Vormittag und einem prunkvollen Ball am Abend. Besonders schön war der Tag für André Bartsch, Paulina Kiefner und Katharina Wagner, denn unter ihrem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife prangt die Traumnote 1,0.

Atmosphärisch passend eingerahmt von der ASF-Big Band unter Leitung von Stefan Groh, die „On Broadway“ und „Fly me to the moon“ zum Besten gaben, eröffnete Schulleiter Martin Göbler die akademische Feier. Seine Festrede nahm sich des Abi-Mottos des aktuellen Jahrgangs an: „CABItol- Die Tribute verlassen die Arena“ lehnt sich, wie für Fans problemlos erkennbar ist, an die dystopische und erfolgreich verfilmte Romantrilogie von Suzanne Collins, „Die Tribute von Panem“ (engl. „The Hunger Games“), an. Göbler hob dabei die im Zyklus propagierten Werte wie Loyalität, Handeln aus Menschlichkeit und familiärer Bindung hervor, die im Gegensatz zum auf Unterdrückung und Gewalt aufbauenden, menschenverachtenden System, das in den brutalen Hungerspielen seinen Höhepunkt finde, stünden. Er äußerte die Hoffnung, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Schulzeit nicht nur als Hungerspiele empfunden hätten, sondern dass sie sich gerne an jene erinnern mögen und in Zukunft „auf das ‚CABItol‘ der Augustinerschule zurückgreifen“ könnten. Er formulierte abschließend den Wunsch, dass das Leben nicht zum Spiel verkommen und keine düstere Zukunft auf die Absolventinnen und Absolventen warten möge. Stattdessen sollten sie den Mut aufbringen, die Welt positiv zu verändern, und sich dabei die nötige Leichtigkeit bewahren.

Im Anschluss daran richteten Ulrike Rhein-Kunz vom Elternbeirat und Tina Ohl als Vertreterin des Vereins der Förderer einige Worte an die Festgemeinde, wobei sie in erster Linie die Rolle der Eltern hervorhoben, die ihre Kinder auf dem langen Weg begleitet hatten, und den Anwesenden viel Glück für deren Zukunft wünschten.

Während und nach der Ausgabe der Abiturzeugnisse wurden diverse Ehrungen für besondere Leistungen in bestimmten Fächern vorgenommen; einige Schülerinnen und Schüler durften sich in diesem Zuge mehrfach auf die Bühne begeben. Im Einzelnen waren dies Sophie Kaiser (Französisch), Lilian Wahl, Clara Weiss (beide Evangelische Religion), Anne-Sophie Becker (Ev. Religion, Geschichte), Sarah Michel (Ev. Religion, Sport), Paulina Kiefner (Geschichte), Maya Ziegler (Chemie), Thilo Duve (Chemie, Physik), Hendrik Gressmann, André Bartsch (beide Physik), Florian Walkenhorst (Physik, Informatik), Jonas Ernst und Simon Gröger (beide Informatik). Ben Mayer bekam gar drei Preise überreicht, und zwar jeweils in Mathematik, Physik und Informatik. Des Weiteren wurde André Bartsch von Hans Rückert als Vertreter des Rotary-Clubs für sein außergewöhnliches soziales Engagement geehrt.

In 37 der 124 Zeugnisse dieses Jubiläumsjahrgangs – die Augustinerschule feiert dieses Jahr ihr 475-jähriges Bestehen – steht eine Eins vor dem Komma und 63-mal eine Zwei. Insgesamt ergebe das laut Göbler einen beachtlichen Durchschnitt von 2,34, womit die Augustinerschule im Ländervergleich (nach den Zahlen von 2016) an Platz 4 stehe.

Nach der Ehrung der besten Absolventinnen und Absolventen trat die Mehrzahl der jungen Damen den Gang zum Friseur an, und folgerichtig gaben diese und die Herren der Schöpfung in ihren Kleidern und Anzügen am Abend ein ebenso prachtvolles wie farbenfrohes Bild ab. Auch hier lautete das Motto „The Hunger Games“, wobei sich einige Lehrkräfte in die Arena begeben durften, die, so viel muss gesagt werden, ihre Sache durchweg ordentlich machten. Neben unterschiedlichen Darbietungen, unter anderem von der Akrobatik-Gruppe Viatu der Turngemeinde Ober-Rosbach, die eine beeindruckende Show ablieferte, stachen zwei Reden aus dem Programm hervor. Taisha Krause und Paul Walke präsentierten einen launigen Rückblick auf ihre Schulzeit in 13 Kapiteln, der mit dem Wunsch jedes Schülers, den Bus zu erwischen, begann – und mit dem Wunsch kurz vor dem Abitur, „der Bus möge einen erwischen“, endete. Besonderes Merkmal des von vielen Lachern begleiteten und mit Szenenapplaus quittierten Vortrags war der Einbau von Fremdwörtern, die ihnen eine Geschichtslehrerin im Laufe der Qualifikationsphase beigebracht hatte. Besagter Lehrkraft, Annabelle Brehme sowie ihrem Kollegen Rico Schonscheck war es vorbehalten, diese Vorlage zu kontern. Dies gelang ihnen – selbstredend unter Verwendung weiterer Fremdwörter – glänzend. Die verschiedenen Fächer an der Augustinerschule repräsentierten dabei die Distrikte von Panem, die Schülerschaft die unterschiedlichen Tribute.

Zum Finale betraten die (nun endgültig ehemaligen) Schülerinnen und Schüler die Bühne und verabschiedeten sich damit von ihrer Schulzeit, um abschließend auf der Aftershow-Party im Gießener Club „Admiral“ die Nacht zum Tag zu machen.

Heiko Weber