Bettina Obrecht liest für die letztjährigen Unterstufenschülerinnen und -schüler
Kurz vor Beginn der Sommerferien war die Autorin Bettina Obrecht zu Gast an der Augustinerschule, um aus ihrem Roman „Opferland“ zu lesen. Sie eröffnete die Veranstaltung mit den Worten, dass es ihre bisher heißeste Lesung sei. Das war vordergründig auf die Außentemperaturen bezogen, passte allerdings auch zum Thema: Der Protagonist Cedric, der jahrelang Mobbingopfer war, erzählt seine Geschichte. Aus diesem Grund musste er mehrmals die Schule wechseln, weil die Polizei seine Sicherheit nicht mehr gewährleisten konnte. So kommt er auch an der neuen Schule nicht zur Ruhe, als ein Mitschüler über die sozialen Medien Cedrics Geschichte recherchiert und die Schikanierung sozusagen nahtlos wieder aufnimmt. Mobbingopfer, so lautet eine weitere Erkenntnis, seien genauso schuldlos an ihrem Unglück wie Opfer einer Naturkatastrophe. Während letztere jedoch Hilfe erwarten können, treffe das auf Mobbingopfer nicht zu.
Frau Obrecht las so mitreißend vor, dass die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen schnell in den Bann von Cedrics Erlebnissen gezogen wurden. Als sie erfuhren, dass die Geschichte eine wahre sei, wurde eine Frage nach der anderen gestellt, beispielsweise ob alles genauso abgelaufen sei, wie im Buch erzählt.
Am Ende der von der Deutschlehrerin Sibylle Kögler organisierten Lesung konnte Bettinas Obrechts Buch am Büchertisch der örtlichen Buchhandlung erworben werden. Viele der Kinder nutzten die Möglichkeit, den signierten Roman in die Ferien mitzunehmen.
Nach der Lesung stand das Thema „Lesen“ weiterhin im Vordergrund: Die Lesescouts des Friedberger Gymnasiums hatten Spiele rund ums Buch vorbereitet. Die jungen Schülerinnen und Schüler konnten Rätsel lösen oder sich mit Wort-Spielereien beschäftigen. Beliebt waren die digital animierten Buchfiguren. Die Ideen zur Leseförderung gehen übrigens auf eine Initiative der Stiftung Lesen zurück.
Sibylle Kögle

