Schüler-Sinfonie-Orchester und Streicher-AG überzeugen in der Heilig-Geist-Kirche
Mit einem abwechslungsreichen Programm zwischen Klassik, Filmmusik und Tango begeisterten das Schüler-Sinfonie-Orchester und die Streicher-AG der Augustinerschule unter der Leitung von Michael und Susanne Ernst das Publikum in der gut besetzten Heilig-Geist-Kirche. Die beiden Moderatoren Anton Wolf (Q2) und Julius Maar (Klasse 8) führten dabei ebenso informativ wie unterhaltsam durch den Konzertabend.
Den Auftakt gestaltete die Streicher-AG mit den Stücken „Matilda Kookaburra“, „New Boogie“ und einer Bearbeitung von „Pirates of the Caribbean“. Besonders bemerkenswert war dabei das geschlossene Zusammenspiel der jungen Musikerinnen und Musiker aus den Klassen 5 und 6, die erst seit wenigen Monaten gemeinsam musizieren. Dass beide Gruppen krankheitsbedingt nur stark reduziert besetzt waren und kurzfristig durch Michael Ernst, Susanne Ernst und Corinna Meyer verstärkt wurden, tat der Spielfreude und dem homogenen Gesamtklang keinen Abbruch, ganz im Gegenteil!
Mit der Ouvertüre zu Christoph Willibald Glucks Oper Iphigenie in Aulis übernahm anschließend das Schüler-Sinfonie-Orchester die Bühne. Unter der Leitung von Michael Ernst überzeugte das Ensemble mit einem sehr sauberen Vortrag, der den dramatischen Aufbau des Werkes ebenso eindrucksvoll herausarbeitete wie dessen filigrane Passagen.
Einen besonderen Akzent setzte anschließend Anton Wolf, der als im Rahmen des Musikmentorenprogramms des Landes Hessen Ausgebildeter die Leitung von Malcolm Peters’ Sea Refractions übernahm. Das abwechslungsreich arrangierte Werk stellte der junge Dirigent mit sicherer Zeichengebung und musikalischem Gespür vor.
Zu den Höhepunkten des Abends zählte das erste Hornkonzert von Richard Strauss. Solist Jaron de Groote beeindruckte mit reifem, ausdrucksstarkem Spiel und einer souveränen technischen Gestaltung der anspruchsvollen Solopartie. Das Orchester erwies sich dabei als aufmerksamer und sensibler Begleiter, der dem Solisten stets den nötigen Raum ließ. Für viele Zuhörer bildete anschließend die klanggewaltige Suite aus Howard Shores The Lord of the Rings einen weiteren Höhepunkt des Konzerts.
Mit Astor Piazzollas Oblivión zeigte das Orchester anschließend eine ganz andere musikalische Seite und überzeugte durch seinen warmen Klang und die ausdrucksvolle Gestaltung des
berühmten Tangos. Den offiziellen Schlusspunkt setzte ein Ausschnitt aus Glucks Ballettsuite I, deren rhythmische Prägnanz und klangliche Vielfalt das Publikum noch einmal in ihren Bann zog.
Ein besonders bewegender Moment schloss sich unmittelbar an das Konzert an: Vier Abiturientinnen und Abiturienten bedankten sich stellvertretend bei Michael Ernst für dessen langjähriges Engagement und seine inspirierende Arbeit. Sichtlich gerührt dankte dieser seinerseits den Schülerinnen und Schülern – insbesondere für die konzentrierte Probenarbeit und die vielen leisen, oft unscheinbaren Momente, die das gemeinsame Musizieren ausmachen. Nach der schwungvollen Zugabe (abermal aus „Herr der Ringe“) würdigte schließlich auch Studienleiter Dr. Christian Rosar in seinen Dankesworten die beeindruckende Leistung aller Mitwirkenden.
So erlebte das Publikum einen Konzertabend auf hohem musikalischem Niveau, der eindrucksvoll zeigte, mit welcher Hingabe, Disziplin und Begeisterung an der Augustinerschule gemeinsam musiziert wird.
Heiko Weber

